Landwirtschaft und Landtechnik in der DDR

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
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Letzte Änderung: 20.5.2026

Im Mai 1945 unterlag die Deutsche Wehrmacht endgültig der erdrückenden Übermacht der alliierten Streitkräfte. Gemäß dem Plan der Siegermächte, wie das Deutsche Reich nach dem Zweiten Weltkrieg aufzuteilen wäre, besetzte die Rote Armee im Sommer 1945 den kompletten mitteldeutschen Raum. Damit war der Weg in den Sozialismus vorgezeichnet. Das galt auch für die Landwirtschaft. Nach dem Vorbild der Sowjetunion unter Josef Stalin begann die Besatzungsmacht im Verbund mit den in Moskau ermächtigten deutschen Kommunisten, Großgrundbesitzer zu enteignen und das Land im Zuge einer Bodenreform an die Landbevölkerung zu verteilen. Im zweiten Schritt folgte die Kollektivierung, ebenfalls nach sowjetischen Vorbild. Es entstanden Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG). Die Landwirtschaft zu entwickeln, gehörte im Kampf gegen den Hunger und für die umfassende Versorgung der Bevölkerung zu einem der vorrangigen Ziele, erst in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und dann in der dort im Ergebnis des aufkommenden Kalten Krieges entstehenden Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Auf dieser Grundlage und vor dem Hintergrund Deutschlands als Hochburg des Ingenieurwesens und Maschinenbaus entwickelte die DDR ferner den Bau moderner, exportfähiger Landmaschinen.

Landmaschinen der DDR

Maehdrescher E-512 aus dem Fortschritt Kombinat der DDR, Zweigbetrieb Neustadt in Sachsen, Foto: Martin Schramme, 2011 Maehdrescher E-512 aus dem Fortschritt Kombinat der DDR, Zweigbetrieb Neustadt in Sachsen, Foto: Martin Schramme, 2023

1967 ging in der DDR jener Mähdrescher in Produktion, der es auch auf den 5-Mark-Schein der DDR schaffte. Dabei handelte es sich um den E-512 (siehe Fotos), eine Erntemaschine zum Mähen und Dreschen von Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchten. Der E-512 entwickelte sich zum Exportschlager insbesondere in arabische Staaten und wurde bis 1988 gebaut. Hersteller war der VEB "Fortschritt" Erntebergungsmaschinen in Neustadt/Sachsen. Das Fahrzeug war mit am Ende 48.480 Exemplaren der meistgebaute Mähdrescher der DDR.

Vorläufer des Werks in Neustadt/Sachsen waren Herkules-Landmaschinen-Werke Neustadt/Sachsen, seit 1939 ein Zweigwerk der Hering AG Nürnberg (gegr. 1884, seit 1917 Aktiengesellschaft).

Zeittafel

1945/46 = Bodenreform zur Enteigung von Großgrundbesitzern, Kriegsverbrechern und aktiven Nazis, Neuverteiligung großer landwirtschaftlicher Güter an Kleinbauern unter dem Slogan "Junkerland in Bauernhand"
Förderung der Neubauernbwegung mit kleinen, zugeteilten Landstücken mit letztlich geringer Wirtschaftlichkeit. Große Defizite bei der Beschaffung von Landmaschinen.
1948 = Einrichtung von Maschinen-Ausleih-Stationen (MAS)
1949 = Die im Zuge der Bodenreform enteigneten Güter werden nun als Volkseigene Güter (VEG) geführt.
Ab 1952 Beginn der Kollektivierung nach den sowjetischen Vorbildern Kolchos und Sowchos sowie Umwandlung der MAS in MTS (Maschinen- und Traktorenstationen) nach sowjetischen Vorbild. Schrittweise Bildung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) vom Typ 1 (Ackerland unter Kontrolle der Genossenschaft), LPG Typ 2 (Ackerland und Maschinen in der Genossenschaft) und LPG Typ 3 (Ackerland, Maschinen und der komplette Betrieb mit Vieh und Gebäuden in der Genossenschaft).
1960 = offizieller Abschluss der mit zunehmendem Druck auf die Bauern durchgeführten Kollektivierung.
1970 = weit fortgeschrittener Konzentrationsprozess (Fusionen von LPGen). Aus über 19.000 Betrieben 1960 sind rund 9000 Betriebe geworden. Außerdem hat man die VEG inzwischen in zwei Kategorien geteilt: Pflanzenproduktion und Tierproduktion.

Landwirtschaftspolitik

Pflanzenproduktion

Tierproduktion

Forschung und Entwicklung

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