Hirschfelde (Zittau)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 12.02.2021

Hirschfelde ist ein Ort an der deutsch-polnischen Grenze. Im 16. Jahrhundert etablierte sich die Leinenweberei rund um die Mündung der Küpper in die Neiße.

Fit

Foto: Martin Schramme, 2014 Foto: Martin Schramme, 2014

Das bekannte sächsische Spülmittel "fit" kommt ursprünglich aus Karl-Marx-Stadt (Chemnitz hieß so von 1953 bis 1990). Dort erblickte die zauberhafte Flasche in Gestalt des Roten Turmes von Chemnitz 1955 das Licht der Welt. 1967 investierte der VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt, die Heimat von fit, in Hirschfelde. Im Braunkohlerevier und direkt an der deutsch-polnischen Grenze (damals offiziell die Oder-Neiße Friedensgrenze) entstand ein Werk für Flüssigspülmittel. 1983 kam das Werk zum Leuna-Kombinat. Mit der Okkupation des DDR-Territoriums durch Westkonzerne wäre fast das Ende für das fit-Werk gekommen. Die neuen Herren waren nur am Namen des im Osten erfolgreichen Produktes interessiert. Aber Hartnäckigkeit, Cleverness und etwas Glück retteten das Unternehmen fit und inzwischen ist fit wieder Marktführer zwischen Fichtelberg und Kap Arkona.

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Braunkohlenwerk Hirschfelde
VEB Ferrolegierungswerk Hirschfelde (ursprünglich VEB Elektrochemie Hirschfelde)
VEB Fettchemie Karl-Marx-Stadt (später Teil des Leuna-Kombinats)
VEB Oberlausitzer Flachsspinnerei und Leinenzwirnerei Hirschfelde (Export in alle Welt)
VEB Vereinigte Leinenindustrie
Bau- und Möbeltischlerei Walter Richter, Hirschfelde, Steinsgasse 67
Hermann Engler Mechanische Weberei
Ofensetzer Paul Collasch

Wirtschaft in Hirschfelde vor 1945
Alfred Finke Tapeziermeister, Werkstätten moderner Polstermöbel und Dekorationen, Möbelhandlung
Braunkohlen Aktiengesellschaft Herkules (gegr. 1907, Staatliches Braunkohlenwerk Hirschfelde ab 1917, Umwandlung in Aktiengesellschaft Sächsische Werke 1923)
Calciumcarbid-Fabrik Hirschfelde, Zweigwerk der Chemischen Fabrik von Heyden Radebeul
Flachsgarn-Spinnerei Hirschfelde von H.C. Müller (gegr. 1845, Abriss 2009, eigene Flachsbereitungs-Anstalten in Lichtenberg und Marienberg in Sachsen, Filialfabrik für Österreich-Ungarn: Heinrich Müller, Wustung bei Friedland in Böhmen, Wachs-Maschinen-Zwirn, Flachs- und Hanfzwirne speziell geeignet für Sattler- und Lederarbeiten für Hand- und Maschinengebrauch)
Kraftwerk Hirschfelde (Betriebsaufnahme 1911, Abschaltung Ende 1992, intensives Bemühen um den Erhalt als technisches Denkmal seit 2006)
Säge- und Hobelwerk / Holzhandlung Paul Hiller

Legende
Flachs = Leinen = Faser des Gemeinen Leins

 

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