Tarthun (Sachsen-Anhalt)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 20.06.2021

Tarthun ist ein kleiner Ort rund 25 Kilometer südlich von Magdeburg. Die Landwirtschaft prägt die Region. Doch am Ort wurde auch Salz gefunden und dieses Salz bescherte Tarthun in der NS-Zeit (1933-1945) die besondere Aufmerksamkeit der Organisation Todt, der Wehrmacht und der Luftwaffe.

Bunker Tarthun - unterirdische Rüstung des NS-Regimes

Bunkerbau der Organisation Todt zum Schutz der deutschen Ruestungsindustrie waehrend der NS-Zeit 1933 bis 1945, Foto: Martin Schramme, 2021 Bunkerbau der Organisation Todt zum Schutz der deutschen Ruestungsindustrie waehrend der NS-Zeit 1933 bis 1945, Foto: Martin Schramme, 2021 Bunkerbau der Organisation Todt zum Schutz der deutschen Ruestungsindustrie waehrend der NS-Zeit 1933 bis 1945, Foto: Martin Schramme, 2021 Bunkerbau der Organisation Todt zum Schutz der deutschen Ruestungsindustrie waehrend der NS-Zeit 1933 bis 1945, Foto: Martin Schramme, 2021 Bunkerbau der Organisation Todt zum Schutz der deutschen Ruestungsindustrie waehrend der NS-Zeit 1933 bis 1945, Foto: Martin Schramme, 2021 Bunkerbau der Organisation Todt zum Schutz der deutschen Ruestungsindustrie waehrend der NS-Zeit 1933 bis 1945, Foto: Martin Schramme, 2021

Die Nationalsozialisten richteten in Tarthun ein Zwangsarbeiter-Unterkommando von Schönebeck ein, was damit zur Außenlagerstruktur des KZ Buchenwald in Weimar gehörte. In zwei Kalischächten betrieben sie unterirdische Objekte zur Sicherung des Nachschubs an Waffen trotz der permanenten Bombenangriffe durch die Engländer und US-Amerikaner. In einem der Objekte organisierten die Einrichtung und den Betrieb von Anlagen zum Bau des Schulterdeckers und Volksjägers Heinkel He 162. Verantwortlich für das Geheimprojekt "T60" war die Organisation Todt. Beschäftigt waren die Zwangsarbeiter bei der Salzwerk Tarthun GmbH. Wegen der Kriegswichtigkeit wurden die Salzschachtzugänge als Feldscheunen getarnt. Dazu baute man in ein kleines Wäldchen bei Tarthun Stahlbetongerippe mit Zwischendecke und Schrägdach mit Dachziegeln.

Beim Umweltbundesamt ist Tarthun als Altlastenstandort erfasst, der von 1938 bis 1945 von Wehrmacht und Luftwaffe als Luft-Munitionsanstalt genutzt wurde. Der AK Buchenwald Sachsen-Anhalt ermittelte zum Standort, dass von Oktober bis April 1945 bis zu 560 Häftlinge aus Buchenwald die Verlagerung von Produktionsanlagen der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG, Zweigwerke Schönebeck und Leopoldshall, vornahmen. Ob es sich tatsächlich um denselben Standort handelt, wird kontrovers diskutiert.

Quellen
kalag.de
lars-baumgarten.de
schoah.org
umweltbundesamt.de

 

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